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06.10.2017
Wie der Staat Kaffeetrinker zur Kasse bittet
Wie der Staat Kaffeetrinker zur Kasse bittet

Kaffee ist ein Genuss. Das sieht leider auch der deutsche Fiskus so – und kassiert doppelt ab. Zusätzlich zur Mehrwertsteuer erhebt er eine Genussmittelsteuer. Die Kaffeesteuer gibt es in Europa nur noch in fünf weiteren Ländern, nur die Griechen zahlen beim Röstkaffee mehr als die Deutschen, die pro Kilogramm 2,19 Euro hinlegen müssen. Die Geschichte der Abgabe reicht weit zurück. Im vierten Teil unseres ungefilterten Kaffeewissens erzählen wir sie.

Im Grunde begann alles schon mit dem Alten Fritz. Friedrich der Große wollte von 1766 an das kriegsgebeutelte und wirtschaftskriselnde Preußen mit einer Luxussteuer auf Wein, Likör und Kaffee sanieren. Den Kaffeebohnen erlegte er zudem hohe Einfuhrzölle auf. Was er damit jedoch am ehesten bewirkte, war den Schwarzmarkt anzufeuern.

Auch der Erlass der Kaffeeverordnung im Januar 1781 und der damit verbundene Beginn des staatlichen Kaffeemonopols verfehlten ihr Ziel. Nur noch der Kaffee aus der Staatlichen Rösterei in Berlin war legal. Die Untertanen aber wollten sich den Genuss zu eigenen Bedingungen nicht vermiesen lassen und ließen sich allerhand einfallen, um das Recht zu umgehen. Der König schickte daraufhin Kaffeeschnüffler auf die Straße – Damen betatschen explizit erlaubt. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Sechs Jahre später war es mit dem Kaffeemonopol vorüber. Doch Bestrebungen der Finanzbehörden, mit dem Kaffee Kasse zu machen, gab es weiterhin. Knapp 100 Jahre später, vor der Gründung des Deutschen Reiches 1871, füllten die deutschen Einzelstaaten Finanzlöcher liebend gern mit dem Kaffeezoll.

Die heute gültige Kaffeesteuer ist seit 1948 Gesetz und betrug 1953 noch zehn Mark pro Kilogramm, bevor der Bundestag sie deutlich senkte. Heute ist das Kilo Röstkaffee mit 2,19 Euro besteuert, bei löslichem Kaffee sind es 4,78 Euro. Kaffeehaltige Waren werden je nach Kaffeegehalt gestaffelt besteuert. Die Mehrwertsteuer kommt obendrauf.

Deutschland ist eines von wenigen Ländern weltweit, die auf Kaffee Steuern erheben. Das geht zu Lasten des Verbrauchers, der die Kosten letztlich trägt, und zu Lasten der Röstereien, die weniger Netto vom Brutto haben – wie viel, kann sich jeder selbst ausrechnen. Pro Jahr nimmt der Staat so rund eine Milliarde Euro ein.

Von den europäischen Staaten mit Kaffeesteuer langen nur die Griechen noch kräftiger zu. Als die Regierung Tsipras 2016 ihr neues Gesetz vorlegte, sprach der Inhaber der ältesten Rösterei Thessalonikis von einer „Schande“ und einem „Sakrileg“.

In Deutschland setzt sich unter anderem der Bund der Steuerzahler dafür ein, die Steuer abzuschaffen. Er sieht in ihr einen Verstoß „gegen eine gerechte und gleichmäßige Lastenverteilung gemäß dem Leistungsfähigkeitsprinzip“. Denn es sei offensichtlich, „dass Kaffeetrinkern keine höhere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bescheinigt werden kann als Tee- oder Wassertrinkern“.

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